5 kritische Stimmen zu Informationsprodukten - Teil 2
Zweifelsohne ist diese Fragestellung gerechtfertigt. Allerdings sollte diese These genau betrachtet werden, da es doch sehr fragwürdig erscheint, dass alle Informationsprodukte unseriös sein sollen. Jemand, der behauptet der Verkauf von zusammengeschriebenen, gefilterten, redigierten und lektorierten Informationen sei grundsätzlich unseriös, lässt dadurch gleichzeitig die komplette Verlagsbranche, jedes neu herausgebrachte Buch, jede Bibliothek und jede Buchhandlung als unseriös erscheinen.
Nehmen Sie sich z.B. ein ganz beliebiges Buch zur Hand und schlagen Sie aufs Geratewohl eine Seite auf. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn Sie den Textabschnitt, den Sie dann sehen oder zumindest einen Teil davon nicht über Internet-Suchmaschinen finden würden.
“Die These, dass etwas unseriös ist, nur weil es anderswo kostenlos angeboten wird, ist völlig unbegründet. Ein Autoreifen ist auch nicht unseriös, nur weil der Gummi an einem Gummibaum wächst. Ein Plastikspielzeug ist ebenfalls nicht unseriös, nur weil das Erdöl unter der Erde im Prinzip kostenlos ist. Eine Löffel zum Essen ist auch keine Abzocke, nur weil das Eisenerz im Berg grds. gratis ist.”
Doch Sie sollten sich bewusst machen, dass Bäume gepflanzt und gepflegt und für den Weltmarkt aufbereitet werden müssen. Ölbohrtürme oder Erzminen kosten auch Personal und Geld, da sie auch gewartet und gepflegt werden müssen. Und genau so verhält es sich mit Informationsprodukten.
Denn Sie dürfen nicht vergessen, dass Informationen auch erst sondiert, recherchiert, ergänzt, korrigiert und für den User optimiert und individuell zugeschnitten werden müssen. Der einzige Unterschied zu der Bohrinsel hier ist, dass keine großen Maschinen zur Erledigung der Arbeit notwendig sind, sondern eben „nur“ die geistige Arbeit. Sicherlich ist diese auf den ersten Blick nicht so leicht zu erkennen, wie beispielsweise manuelle Fließbandarbeit, kostet allerdings auch Zeit und Ressourcen. Da wir in einer demokratisch-kapitalistischen Marktwirtschaft leben, müssen wir diese beiden Rahmenbedingungen der geistigen und manuellen Arbeit einfach akzeptieren – zumal sie für jeden gleich sind. Folglich erscheint These 2 auch sehr fragwürdig und wir stellen fest:
“Wer sich sicher ist, das Informationsprodukte grundsätzlich unseriös sind, hat von wirtschaftlichem Denken wie BWL, Marketing oder Makroökonomie nichts begriffen und würde es in der Tat schwer haben, ein finanziell gesundes Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen. Zusätzlich entwertet er seine eigene Arbeitskraft und wählt gleichzeitig den längeren und beschwerlicheren Weg zum Erfolg. Denn der Kauf wertvoller Infos ist aus der Nähe betrachtet eine Abkürzung, hin zu den Informationen, die man benötigt, um das schneller zu erreichen, was man will: Erfolg!”
3. All das gab es schon mal, ist nichts Neues und damit wertlos!
Diese These ist ein weiteres Argument gegen Informationsprodukte. Allerdings entwertet Sie im selben Atemzug, in dem sie ausgesprochen wird, Millionen von CDs, DVDs und Büchern! Denn alles kam irgendwo bereits schon mindestens einmal vor. Aber werfen wir nun einen genaueren Blick auf diesen Sachverhalt.
Meines Erachtens nach liegt das größte Problem in der Info- und Verlagsbranche darin, dass sich die Kunden das Produkt, das sie nachher kaufen wollen, vorher nicht ansehen können - so wie sie es beispielsweise beim Kauf von Fahrrädern, Autos oder Häusern gewohnt sind.
“Bei Informationsprodukten ist das einfach nicht möglich. Der potentieller Kunde kann das Buch einfach nicht lesen, das Video sehen oder das Hörbuch hören bevor er es erwirbt - damit würde die Information ja bereits aufgenommen werden und der Erwerb des Informationsproduktes wäre nicht mehr notwendig. Es ist also ein grundsätzliches, systemimmanentes “Problem” (wenn man es überhaupt so bezeichnen kann), mit dem sich die Verlagsbranche und der Infomarkt auseinandersetzen müssen (und welches wahrscheinlich nie lösbar ist).”
Dieses Problem führt uns nun direkt zum Kern dieser ganzen Angelegenheit: Der potentielle Kunde kann ein Infoprodukt nie vollends einsehen. Er kann nicht, wie beim Fahrrad oder beim Auto das Produkt begutachten und sich dann entschieden – er kann nur auf Grund von Klappentexten auf den Büchern, Werbung, Marketing-Aktionen und Erfahrungsberichten entscheiden. Darüber hinaus muss an dieser Stelle klar gesagt werden, das jedes Infoprodukt sofort unrentabel werden würde, wenn man vollen Einblick gewähren würde.
Allerdings kann kein Verlag der Welt und auch kein Autor auf jeden Kunden individuell eingehen. Dies liegt schlichtweg daran, dass jeder Kunde über einen anderen Wissensstand verfügt. Häufig kommt es genau deshalb zu Fehlkäufen, da manch ein Kunde sich ein Buch kauft und nach dem Lesen leider feststellen muss, dass er bereits alle Informationen kennt.
Sollten wir uns an dieser Stelle nicht einmal fragen, was dagegen spricht, Informationen zweimal oder vielleicht auch sogar dreimal zu erhalten? Sollten wir uns nicht viel lieber darüber freuen, wenn wir feststellen, dass der Autor der gleichen Meinung wie wir ist und uns dadurch zu verstehen gibt, dass wir auf einem guten Weg sind? Wissenswertes nicht nur einmal, sondern zwei-, dreimal zu hören kennt jeder von uns aus seiner Schulzeit. Dort wurde wichtiges oft stundenlang wiederholt, wodurch sich das Wissen eingeprägt hat. Es kann also nicht schaden, ein wichtiges Thema zweimal zu lesen – ganz im Gegenteil. Dadurch ist auch These 3 nicht tragbar, sondern völlig unsinnig. Wir stellen nämlich fest:
“Alles was ein Mensch im Leben lernt, basiert auf Wiederholung. Außerdem ist es praktisch unmöglich, Menschen Informationen und Wissen zu geben, ohne dass dieses an Wert verliert. Ist die Information bekannt, sinkt sie immer im Wert. Da aber jeder Mensch einen anderen Wissensstand besitzt – gleichzeitig aber nicht alles Wissen kann – sind bestimmte Informationen für manche extrem wertvoll, während die selben Informationen für andere praktisch nutzlos oder bereits bekannt sind. Der Wert einer Information hängt daher vom eigenen Wissensstand ab und ist somit immer relativ bzw. subjektiv, denn jeder Mensch hat in seinem Leben bisher andere Informationen über seine Sinneskanäle aufgenommen.”
Hier geht es zu Teil 3.
Viel Erfolg im Internet!

Tobias Knoof
Tobias Knoof ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Internet-Marketer der Infobranche und gilt als ausgewiesener Traffic-Experte. Er war Traffic-Marketing-Manager bei einem der größten Preisvergleichsportale in Deutschland und ist Gründer von Digitale-Infoprodukte.de.


