5 kritische Stimmen zu Informationsprodukten - Teil 3

5 kritische Stimmen zu Informationsprodukten - Teil 3

Datum: 23.09.10
Autor: Tobias Knoof
Artifizielle Verknappung ist im Allgemeinen nicht vertrauenswürdig.

4. Artifizielle Verknappung ist im Allgemeinen nicht vertrauenswürdig

Diese Behauptung ist weit verbreitet und wird sehr oft heftig kommentiert. Das ist verständlich, da Verknappung immer mit Angst einhergeht, wodurch leicht eine Art Verkaufsdruck entstehen kann. Wir müssen uns aber die Frage stellen, ob Verknappung generell unseriös ist und was genau die Hintergründe sind, wenn ein Informationsprodukt limitiert wird. Werfen wir nun einen näheren Blick auf genau diese Frage.

Sehen wir uns einmal Prelaunch-Produkte wie zum Beispiel einen Videokurs von Gert Lang, eine Blaupause von Oliver Pott oder einen Lernkurs von Mike Filsaime an. Sie können nicht einfach in den nächsten Copy Shop gehen und ein paar Seiten ausdrucken lassen. Die Vorlaufzeit beträgt nämlich in etwa zwei Monate – und dies bei einer professionellen Druckerei. Das heißt: Wäre die erste Ausgabe gleich zum Launchtag ausverkauft und könnte die zweite Ausgabe dem Kunden erst zwei Monate später angeboten werden, wäre der komplette Schwung eines Prelaunches verpufft und finanziell ein Knieschuss. Dies führt uns zu folgender Überlegung:

In einer Marktwirtschaft unseres Kalibers ist so etwas völlig undenkbar und inakzeptabel und bedeutet, dass eine passende Stückzahl an Produkten von vornherein produziert werden muss. Man muss allerdings aufpassen, dass man nicht zu viele Produkte herstellen lässt, da man sonst nicht alle Exemplare verkaufen kann. Wenn man nämlich zu viel Überschuss hat, kann das im schlimmsten Fall den Untergang eines Unternehmens bedeuten.

“Das heißt… man muss bei größeren Informationsprodukten 2 Monate vorher der Druckerei irgendeine Zahl für die Auflage geben. Klar, man könnte auch 5.000 oder 50.000 oder 500.000 Einheiten herstellen lassen… aber selbst diese Zahlen wären ja streng genommen begrenzt…”

Nebenbei erwähnt: Ein Infoprodukt kostet in der Herstellung nicht nur 3€, sondern in etwa 60€-90€, je nachdem in welcher Qualität es ist und für welche Ausführung Sie sich entscheiden. Genau diese Summe dürfen Sie vorstrecken – auf eigenes Risiko! Sie können jetzt sicherlich nachvollziehen, warum das Ganze bei großen Infoprodukten auf beispielsweise 2.000 Exemplare begrenzt wird.

Dass diese Limitierung auf zum Beispiel 2.000 Exemplare beim Marketing „rausgekehrt“ wird ist völlig verständlich. Allerdings sollte das Angebot nur auf Grund der limitierten Stückzahl nicht als unseriös angesehen werden – falls doch, zeugt das von geringem wirtschaftlichen Sachverstand. Sicherlich können höhere Stückzahlen produziert werden, wie es beispielsweise ein Bäcker, Textilhersteller oder Blumenhändler auch tun kann. Bei digitalen Produkten mag eine Verknappung fragwürdig sein. Es wäre aber bspw. denkbar, dass der Produktanbieter den Markt nicht überfluten möchte, oder er kann Support nur für eine bestimmte Anzahl an Kunden einrichten, oder seine zeitlichen Ressourcen sind so, dass er die Stückzahl begrenzen muss. Das sind alles nur Spekulationen und Vermutungen – schlussendlich weiß man es nicht.

An dieser Stelle lässt sich ein Vergleich zu physischen Produkten ziehen. Werfen wir einen Blick auf Getränke-Discounter, Media Markt, Schuh- oder Handtaschenläden: Obwohl Leder oder Baumwolle nachwachsende Rohstoffe sind, gibt es von Edelmarken wie Gucci beispielsweise nur 700 Stück. Bei Mediamarkt gibt es von manchen Waschmaschinen ebenfalls nur limitierte Auflagen und im Getränke-Discounter manche Getränke zu bestimmten Rabattaktionen 25% günstiger. Daher erkennen wir auch bei der 4. These:

“Bei großen Infoprodukten müssen die Auflagenzahlen vorher bei der Vorabproduktion bestimmt werden. Nur durch die Nennung einer Zahl ist die Begrenzung der Auflage ja schon vorhanden. Dabei wird aus wirtschaftlichen Gründen eine Menge hergestellt, welche auch beherrscht und verkauft werden kann. Alles andere wäre wirtschaftlicher Wahnsinn. Trolle, die sich daher über Limitierung beschweren, sehen den wirtschaftlichen Hintergrund nicht… das aber mit voller Lautstärke…”

5. Infomarketer verkaufen Ihre Produkte immer nur untereinander

Last but not least hört man auch dieses Argument sehr häufig und das obwohl es nicht einmal schlüssig ist. Werfen wir einen Blick auf Tierzüchter: Diese züchten Tiere auch nur für Menschen, die Tiere mögen und tatsächlich kaufen wollen. Oder ein Imker: Er produziert Honig auch nur für Menschen, denen er schmeckt und die ihn kaufen.

Das ist auch genau der Sinn von Produzenten – Dinge für eine bestimme Zielgruppe, für Kundenherzustellen, die das Produkt mögen und letzten Endes auch kaufen wollen. Hören Sie sich doch einmal im Internet um: Alle Marketingblogs reden von Nischenfindung und Zielgruppen. Nichts anderes ist es doch im Internet-Marketing! Man zieht diejenigen Menschen an, die nach einer bestimmten Information suchen und diese auch brauchen. Das ist in jeder anderen Branche genau der gleiche Sachverhalt.

Einmal ganz davon abgesehen gibt es auch Produkte, die Informationen vermitteln, aber auf ganz andere Themen abzielen. Ein Hörbuch, das über Gesundheit informiert, hat doch nichts fragwürdiges an sich, wenn es an Menschen verkauft wird, die gesund werden, bleiben oder sein wollen. Genauso ist es nicht fragwürdig, wenn ein Infomarketer einem anderen Infomarketer wertvolle Templates verkauft, damit dieser bessere Conversions erzielt und somit mehr Leads sammeln oder durch Verkäufe seinen Umsatz steigern kann. Daher wird auch bei dieser These deutlich, dass sie haltlos ist, da...

“… in der Wirtschaft ein exaktes Produkt genau denen verkauft wird, die es auch brauchen. Praktisch die komplette globale Wirtschaft ist dergestalt aufgebaut. Einer braucht etwas, was der Andere hat… und bezahlt dafür. Wirtschaftlich betrachtet ist es ja gerade der Sinn, den Leuten etwas zu verkaufen was sie brauchen und man selbst hat. Und je besser die eigene Ware ist, desto mehr können Sie verlangen UND desto mehr ist der Kunde auch bereit zu zahlen WEIL sein Problem ja umso nachhaltiger und effektiver gelöst wird. Trolle die behaupten… Infomarketer verkaufen nur an andere Infomarketer haben zwar prinzipiell Recht, nur verkennen sie, dass es ja genau darum geht. Genauso wie ein Bäcker nur Brot an die Leute verkauft – ja verkaufen kann – welche Brot benötigen.”

Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem es so aussieht, als seien wir mit diesem Thema fertig. Natürlich gibt es noch andere häufig verwendete Argumente GEGEN Informationsprodukte, wodurch es gut möglich wäre, dass noch ein zweiter Artikel über dieses Thema erscheinen wird. Selbstverständlich darf jeder seine eigene Meinung zu diesem Thema haben und bitte sehr auch vertreten. Sicherlich wird der eine oder andere schon unerwünschte Erfahrungen im Internet gesammelt haben. Aber hier helfen keine Verallgemeinerungen, sondern vielmehr nur Aufklärungsarbeit.

Helfen Sie daher also bitte mit, um die oftmals unklar wirkenden Zusammenhänge, die hinter diesen verschiedenen Thesen stehen, konstruktiv zu diskutieren.  

Hier geht's zum ersten Teil.  

Tobias Knoof

Tobias Knoof

Tobias Knoof ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Internet-Marketer der Infobranche und gilt als ausgewiesener Traffic-Experte. Er war Traffic-Marketing-Manager bei einem der größten Preisvergleichsportale in Deutschland und ist Gründer von Digitale-Infoprodukte.de.

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