Artikelserie Vertriebsstrategien, Teil 10: Vertriebsweg klären
Schon für die Wahl des bevorzugten Vertriebsweges gab es - abhängig von Produkt und Markt - eine große Bandbreite. Jedes Produkt ist anders, es gibt kein Schema F, das immer passt. Und jeder Vertriebsweg hat seine Besonderheiten.
Nehmen wir ein Beispiel: Wir haben ein sehr erklärungsbedürftiges technisches Produkt, das ausschließlich über geschulte Handelsvertreter verkauft werden kann. Dann sind wesentliche Punkte zu klären - als Berater muss ich nun Weichenstellungen vorbereiten und Entscheidungen des Auftraggebers vorbereiten:
- Wie starten wir - flächendeckend, mit regionalen Schwerpunkten, regional begrenzt?
- Wenn ja, in welchen Regionen, mit wie viel Leuten?
- Mache ich erst mal einen Vortest, um Lehrgeld zu sparen oder legen wir gleich richtig los?
- Welches Anforderungsprofil wird benötigt (Qualifikation, Vorbildung, Auftreten, etc)?
- Wie finden wir die richtigen Leute (Anzeigen, Abwerben, Ausbilden)?
- Welche Anreize müssen wir bieten - Geld, Motivation, Nebenleistungen?
- Was müssen wir schulen - fachlich, vertrieblich? Wer macht die Schulungen?
- Wie werden intern die Handelsvertreter geführt und koordiniert?
- Wer im Betrieb kann das überhaupt? Muss der Berater als Interims-Manager einspringen?
- Woher bekommen wir qualifizierte (!) Adressen potentieller Kunden?
Punkt für Punkt - anhand der entsprechenden Checkliste - gehen Berater und Auftraggeber diese (und weitere) Themen durch. Zunehmend kommen wir in die Phase der Unsicherheit: Auch wenn der Berater einschlägige Erfahrung hat, so gibt es trotzdem immer Unwägbarkeiten, eine Menge nicht mehr mess- und belegbare Entscheidungsgrundlagen, Annahmen und Einschätzungen - das kommt dem Nicht-Erfahrenen vor wie ein Minenfeld in unbekanntem Terrain.
Trotzdem ist eine Menge anzupacken und umzusetzen, die im Vorfeld verabredeten Meilen-stein-Pläne fangen an zu drücken und die Checklisten füllen sich - vor allem die rechte Spalte mit dem ungeliebten "ToDo" in der Überschrift -, damit jeder weiß, dass es nicht bei schönen Worten bleibt!
--> Zum 11. Teil der Artikelserie: Marketing ist mehr als bunte Bildchen
--> 1. Teil der Artikelserie: Systematisch vorgehen
Dr. Hermann Meier, www.vertriebsberater.com

Dr. Hermann Meier
Geschäftsführer (Freiberufler, Direktor (Bereichsleiter, VP, SVP etc)) Die Vertriebsberater GmbH, vertriebsberater.com


