5 Tipps zum richtigen Umgang mit Minijobbern

vom: 14.02.19

 

Ob im Café oder an der Supermarktkasse – Minijobs zählen unter Studenten zu den beliebtesten Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Die Arbeitszeiten sind überschaubar und das Geld kommt pünktlich. Was gibt es Besseres?

In immer mehr Unternehmen arbeiten geringfügig Beschäftigte. Dies betrifft nicht nur große Konzerne, wie etwa Einzelhandelsketten, sondern auch viele kleinere Unternehmen mit nur wenigen Mitarbeitern. Für die Unternehmen ist es hier besonders wichtig, genau zu wissen, worauf sie bei der Anmeldung und Abrechnung achten müssen. Gerade im Zusammenhang mit dem Finanzamt oder den Versicherungen gibt es hier einige wichtige Details, die zu berücksichtigen sind. Mit folgenden Tipps und Tricks sind Geschäftsführer beim Umgang mit Minijobbern stets auf der sicheren Seite.

Tipp 1: Auch Minijobber bekommen Mindestlohn

Im Jahr 2015 wurde in Deutschland der gesetzliche Mindestlohn von damals 8,50 Euro in der Stunde eingeführt. Er galt und gilt für alle Beschäftigten, die sich in einem festen Arbeitsverhältnis befinden, also auch für Minijobber. Heute beträgt der Mindestlohn 9,19 Euro pro Stunde. Manche Branchen haben einen höheren Mindestlohn als den gesetzlich festgelegten. Lediglich einige Personengruppen sind von der Mindestlohnregelung nach wie vor ausgeschlossen:

  • Personen unter 18, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben
  • Auszubildende
  • Pflichtpraktikanten
  • Freiwillige Praktikanten, wenn das Praktikum zur beruflichen Orientierung dient
  • Ehrenamtlich Tätige
  • Arbeitslose in den ersten sechs Monaten ihrer Beschäftigung


Es ist daher unerlässlich, auch geringfügig Beschäftigten, die pro Monat nicht mehr als 450 Euro verdienen dürfen, den Mindestlohn zu zahlen. Im Umkehrschluss bedeutet das für Unternehmen, dass die Arbeitszeit entsprechend angepasst werden muss. Denn Minijobber dürfen, um ihre Lohngrenze nicht zu überschreiten, lediglich 48 Stunden im Monat arbeiten.


Tipp 2: Geringfügig Beschäftigten steht eine Lohnabrechnung zu

Auch Minijobber erhalten, wie jeder andere Beschäftigte, eine monatliche Lohnabrechnung. Unternehmen können diese mit Hilfe spezieller Software ganz einfach am Computer erstellen. Im Gegensatz zur Lohnabrechnung von Teilzeit- oder Vollzeitkräften ist hier jedoch zu beachten, dass nur Pauschbeträge vom Arbeitgeber geltend gemacht werden. Zu diesen Beträgen zählen die Pauschsteuer (inklusive Lohn- und Kirchensteuer sowie Solidaritätszuschlag), die Beiträge zur Sozial- und Krankenversicherung und der Beitrag zur Rentenversicherung. Allerdings ist es möglich, sich als Minijobber von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Unternehmen sollten ihre Minijobber bei Aufnahme der Tätigkeit über diese Option informieren. Auch bei der Lohnabrechnung eines Minijobbers müssen die Pflichtangaben nach § 108 Absatz 1 der Gewerbeordnung aufgeführt sein. Hierzu gehören beispielsweise Angaben zu Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie Beginn der Beschäftigung, Bruttolohn, Aufwandsentschädigungen und weitere spezifische Informationen.

Extra-Hinweis: Da Minijobber pro Jahr nur 5.400 Euro brutto verdienen – wenn sie ihren monatlichen Lohn von 450 Euro nicht übersteigen – sind sie von der Lohnsteuer befreit. Denn sie liegen mit ihrem Jahresgehalt unter der Steuerfreigrenze von derzeit rund 9.000 Euro brutto.

Die Lohnsteuerbescheinigung erhalten Arbeitnehmer, um ihre Steuererklärung machen zu können. Die Daten werden an das Finanzamt übertragen.


Tipp 3: Lohnsteuerbescheinigung nicht vergessen

Da auch Minijobbern die Lohnabrechnung zusteht, müssen sie ebenfalls am Jahresende (oder zu Beginn des Folgejahres) eine Lohnsteuerbescheinigung für ihre Steuererklärung erhalten. Je nach Steuerklasse sind geringfügig Beschäftigte natürlich verpflichtet, eine Steuererklärung beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Genauso können auch kleinere Unternehmen oder Freiberufler ihre Minijobber bei der Steuererklärung geltend machen.

Extra-Tipp: Die Einstellung von Mitarbeitern verpflichtet Unternehmen nicht zur Bilanzierung! Sofern vorher keine Bilanzierungspflicht bestand, können Unternehmen oder Freiberufler weiterhin mit der Anlage EÜR, der Einnahme-Überschuss-Rechnung, ihre Steuererklärung machen.


Tipp 4: Die rechtzeitige Anmeldung

Zu den Dingen, die Unternehmen gern vergessen, zählt die Anmeldung ihrer geringfügig Beschäftigten bei der Minijob-Zentrale der Knappschaft. Auch bei der gesetzlichen Unfallversicherung müssen Minijobber rechtzeitig angemeldet werden. Die Frist für beide Anmeldungen beträgt in der Regel sechs Wochen ab Aufnahme der Tätigkeit. Zusätzlich kommt in einigen Branchen, wie beispielsweise im Baugewerbe und im Schaustellergewerbe, eine sogenannte Sofortmeldung hinzu. Die Sofortmeldung muss bis spätestens der Aufnahme der Tätigkeit erfolgen. Grund dafür ist die erhöhte Gefahr von Schwarzarbeit in einigen Gewerbezweigen. Die gesetzlichen Fristen dürfen Arbeitgeber keinesfalls versäumen, sonst droht eine Strafanzeige wegen Schwarzarbeit. Um dies zu umgehen, sind vier einfache Schritte nötig:

  1. Bei der Bundesagentur für Arbeit in Saarbrücken beantragt der Arbeitgeber für seine Firma eine Betriebsnummer.
  2. Der zukünftige Minijobber füllt den Personalfragebogen der Minijob-Zentrale aus. Dieser Fragebogen muss dem Mitarbeiter gemeinsam mit dem Arbeitsvertrag ausgehändigt werden. Beide Dokumente sind nur zusammen gültig.
  3. Der Arbeitgeber meldet nun den Minijobber mit dem Fragebogen bei der Minijob-Zentrale. Hier erfolgt zudem die Anmeldung zur Sozialversicherung.
  4. Sobald die ersten Beiträge an die Minijob-Zentrale gezahlt werden, beginnt das Beschäftigungsverhältnis offiziell. Der Zeitpunkt der Beitragszahlungen sollte mit dem Datum des Beginns der Beschäftigung auf dem Arbeitsvertrag übereinstimmen.

 

Ob per Computerprogramm oder klassisch auf Papier: Es ist für Unternehmen und Arbeitnehmer unerlässlich, die geleisteten Stunden von Minijobbern genau zu dokumentieren.


Tipp 5: Arbeitszeiten genau dokumentieren

Für Arbeitgeber ist es unerlässlich, die geleisteten Arbeitsstunden ihrer geringfügig Beschäftigten genau zu dokumentieren. Denn wenn ein Minijobber regelmäßig zu viel arbeitet, erlischt automatisch der Status als geringfügig Beschäftigter und die Tätigkeit geht in ein normales, sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis über. Dann muss die Arbeit nach den normalen Steuersätzen versteuert werden. Deshalb ist es sinnvoll, Stundenzettel für die einzelnen Arbeitnehmer zu führen, auf denen Beginn und Ende der einzelnen Arbeitstage genau festgehalten werden. Dies kann entweder händisch erfolgen oder maschinell am Computer. Manche Firmen arbeiten mit speziellen Programmen, wobei jeder Mitarbeiter ein eigenes Nutzerkonto hat, um seine Stunden einzutragen. Unabhängig von der Art der Dokumentation ist gesetzlich festgelegt, dass die Stundenzettel zwei Jahre aufzubewahren sind.

 

 Hier ist überdies zu beachten, dass sich einzelne Minijobs gegenseitig addieren. Das heißt, ein Arbeitnehmer darf in all seinen Minijobs zusammen nicht mehr als regelmäßig 450 Euro verdienen. Die Obergrenze gilt also nicht für jeden Minijob einzeln. Deshalb verpflichten sich Minijobber, sämtliche Tätigkeiten vor jedem Arbeitgeber offenzulegen, damit die Stunden entsprechend nachgehalten werden können.


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