Der perfekte Zeitpunkt für Investitionen? Jetzt!

vom: 11.01.17

Neue Technik, ein neuer Dienstwagen, eine Renovierung der Geschäftsräume – die Liste der Dinge, die notwendig sind, um als Unternehmen zu wachsen, ist quasi unendlich lang. Zurzeit sind die Voraussetzungen ideal, um Geld für Investitionen in die Hand zu nehmen – und zwar, indem man einen Kredit aufnimmt. Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Situation.

Kleiner Zins…

Die lässt sich in einem Begriff zusammenfassen: Niedrigzins. Der von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegte Leitzins beträgt seit geraumer Zeit genau 0,0 %. Zu diesem Zinssatz können sich Kreditinstitute Geld bei der EZB leihen – möchten sie hingegen Geld dort parken, zahlen sie dafür sogar Gebühren. Das Signal ist eindeutig: Die Banken sollen ihren Kunden günstige Kredite anbieten – im besten Fall wird das Geld für Investitionen verwendet, was letztlich die Konjunktur ankurbeln soll. Natürlich vergeben die Banken keine Kredite zum Nulltarif – schließlich müssen sie das Verlustrisiko absichern, und Geld verdienen wollen die Kreditinstitute auch. Ein Blick auf einen Kreditvergleich verrät aber, dass die Maßnahme der EZB durchaus Früchte trägt – die Kreditzinsen sind so niedrig wie selten zuvor.

…Kleine Wirkung

Allerdings sind die erhofften Auswirkungen bislang weitgehend ausgeblieben. Zwar wächst die Wirtschaft, wenn auch nur langsam, jedoch investieren sowohl der Staat als auch die Privatwirtschaft immer noch zu wenig. Das ist verwunderlich, denn das niedrige Zinsniveau macht es fast unmöglich, Kapital gleichzeitig sicher und gewinnbringend anzulegen. Die Zinsen für Tagesgeld oder Bundesanleihen sind größtenteils niedriger als die Inflationsrate – der Wert von Sparanlagen verringert sich also, was den Begriff "Sparen" komplett ad absurdum führt.

Gegen den Trend

Wer Gewinn erwirtschaften will, muss sich im Prinzip zwingend Anlageformen mit Wertpapieranteil zuwenden, was aber auch mehr Risiko bedeutet. Oder man ergreift die (zins)günstige Gelegenheit beim Schopf und tätigt selbst Investitionen. Wer über ungebundenes Kapital verfügt, kann es dafür verwenden – wer sein Geld vor Beginn der Niedrigzinsphase zu attraktiven Konditionen fest angelegt hat, kann sich über einen Kredit günstig frisches Geld beschaffen. Die Hinterlegung von vorhandenen Vermögensgegenständen oder Kapitalbeständen als Sicherheit senkt den Zinssatz mitunter noch weiter. Die Voraussetzungen für Investitionen sind schließlich durchaus vorhanden – sie werden nur noch nicht genügend genutzt. Bildrechte: Flickr Kleingeld vor Taschenrechner in Buchhaltung Christoph Scholz CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten