Hoster vs. eigener Server - wo ist der eigene Online-Shop besser aufgehoben?

vom: 16.12.15

Online-Shopping wird immer beliebter. Wie der Branchenverband Bitkom mitteilt, gehen mittlerweile rund 98 Prozent aller Internetnutzer im Web einkaufen. Zusätzlich kauft ein großer Anteil der Online-Shopper immer häufiger online ein.

Damit entwickelt sich E-Commerce auch für kleinere Unternehmen zu einem zentralen Thema – und wenn auch nur als Ergänzung zum konventionellen Offline-Handel. Voraussetzung dafür ist die richtige Technik. Einen Online-Shop einzurichten, ist heutzutage kein großes Problem mehr. Sogar Ein-Mann-Unternehmen beziehungsweise Freiberufler können dies mit einem Baukastensystem im Handumdrehen bewerkstelligen.

Allerdings stellt sich im Vorhinein die Frage, ob man sich für einen Hoster entscheidet oder einen eigenen Server bevorzugt. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile und wie so oft hängt die Entscheidung vor allem von individuellen Voraussetzungen ab.

 

 

Argumente für die Nutzung eines Hosters

 

Vor allem kleine Unternehmen und Webseitenbesitzer, die sich durch einen Online-Shop etwas nebenbei dazuverdienen möchten, entscheiden sich häufig für ein Shared-Hosting-Angebot, bei dem man Platz auf dem Server des Anbieters erwirbt. Hier stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Man kann die Software des Anbieters (in Baukastensystemen) nutzen, um den eigenen Online-Shop einzurichten. Der Vorteil dieser Variante: Sie ist schnell und unkompliziert.
  • Man nutzt eigene Software auf dem Server des Anbieters. Der Vorteil: Shopbetreiber haben mehr Möglichkeiten zur Gestaltung. Außerdem steht Ihnen in aller Regel ein deutlich größeres Datenvolumen zur Verfügung.

Wer einen Online-Shop nicht nur als Weg zu einem kleinen Nebenverdienst versteht, der sollte sich für die zweite Variante entscheiden.Allgemein gibt es viele Vorteile, die für die Nutzung eines Hosting-Angebots sprechen:

  • Geringe Kosten: Hosting-Angebote gibt es in Hülle und Fülle und auch zum kleinen Preis.
  • Rundumservice: Der Host kümmert sich um den Service. Der Betreiber selbst kann sich also entspannt zurücklehnen und sich auf das Einstellen von Waren und die Abwicklung der Verkäufe selbst konzentrieren.
  • Aktuelle Technologie: Auch um Updates und Ähnliches müssen sich Nutzer in aller Regel nicht selbst kümmern.

Aus diesen Vorteilen werden die Nachteile einer solchen Lösung bereits ersichtlich. So ist man als Shopbesitzer mit einem Hosting-Angebot immer auch eingeschränkt. Das gilt sowohl für die Gestaltungsmöglichkeiten als auch für die Geschwindigkeit und den Arbeitsspeicher. Vor allem günstige Shared-Hosting-Lösungen bieten in dieser Hinsicht nicht genug Potenzial für große und ambitionierte Online Shops.

 

Argumente für einen eigenen Server

 

Die Alternative zu einem Shared Hosting Angebot ist der eigene Server. Auch hier haben Shopbesitzer verschiedene Varianten zur Auswahl:

  • Ein Hosting-Angebot, bei dem wiederum der Host die Betreuung übernimmt, allerdings nicht nur Platz auf einem Server, sondern einen kompletten Server zur Verfügung stellt (Managed Server).
  • Ein eigener Server, der komplett vom eigenen Unternehmen betreut wird.

Im ersten Fall profitieren Kunden erneut von einem Rundumservice. Zugleich genießen sie schnellere Ladezeiten und mehr Möglichkeiten als bei einem Shared Hosting Angebot. Doch was sind die Vorteile eines „wirklich eigenen“ Servers? Schließlich erscheint dies im ersten Moment als die umständlichste und kostspieligste Variante.

Zweifellos, für einen eigenen Server ist eine gewisse Portion technisches Know-how unverzichtbar. Dafür haben Nutzer jederzeit kompletten Zugriff auf die Technik. Das bedeutet auch, dass Sie Ihren Server immer aufrüsten können, wenn dies notwendig ist, zum Beispiel durch:

  • Neue Software
  • Austausch von Hardware-Komponenten bis hin zur CPU
  • Mehr Arbeitsspeicher

Vor allem eine Aufstockung des Arbeitsspeichers stellt eine Möglichkeit dar, die Leistung des Servers zu beschleunigen. Dabei ist es jedoch wichtig, auf zuverlässigen und zertifizierten Arbeitsspeicher zu setzen, um Ausfälle möglichst gering zu halten. Die Geschwindigkeit sollten Besitzer von Online-Shops ohnehin nicht vernachlässigen. Denn sie wirkt sich entscheidend auf das Nutzerverhalten aus, wie eine vom eCommerce Magazin zitierte Studie ergab. Demnach führen lange Ladezeiten schnell dazu, dass Besucher einer Seite abbrechen – und im Zweifelsfall nicht wiederkommen. Auf der anderen Seite beeinflusst die Geschwindigkeit von Webseiten auch das Google Ranking. Wer sich für einen eigenen Server entscheidet, hat also bessere Chancen, dass sein Shop ganz weit oben steht.

 

Auch die Größe entscheidet

 

Kleine Unternehmen können sich getrost mit einem Managed Server oder auch einfach mit einem Shared Hosting begnügen. Hier gilt auf der anderen Seite, dass ein eigener Server schnell zur Überforderung werden kann. Denn damit diese Lösung wirklich die erhofften Vorteile bringt, sind mehrere Voraussetzungen notwendig, vor allem:

  • Mitarbeiter, die sich darum kümmern
  • die notwendige Expertise

Im Grunde genommen bedeutet dies, dass sich ein eigener Server vor allem für größere Firmen mit einer eigenen IT-Abteilung lohnt. Hier verhält es sich genommen ähnlich wie bei einem Managed Server: es gibt spezielle Fachleute, die sich um den Service kümmern und vor allem Ausfällen vorbeugen beziehungsweise diese so schnell wie möglich beheben. So ist ein reibungsloser Betrieb gewährleistet – mit dem Unterschied, dass sich die betreffenden Ansprechpartner im eigenen Unternehmen befinden.

Grundsätzlich lässt sich also zusammenfassen:

  • Für kleine Unternehmen und Menschen, die einen Online-Shop nur nebenbei betreiben, genügt häufig eine Shared-Hosting-Lösung
  • Wer etwas mehr Geschwindigkeit und Leistung möchte, kann zu einem Managed Server greifen.
  • Große Firmen mit eigener IT-Abteilung profitieren von einem eigenen Server – allein durch das Mehr an Leistung. Allerdings ist auch der damit einhergehende Aufwand größer.

 

 

Mittlerweile wird die Online-Shopping-Mall immer interessanter für die Kunden

 

Fazit

E-Commerce wird immer wichtiger für jeden, der etwas verkaufen möchte. Schon kleine regionale Firmen und Geschäfte richten sich heute häufig einen Online-Shop ein. Dieser Trend wird in Zukunft aller Wahrscheinlichkeit nach anhalten. Für den Anfang reichen dafür günstige Angebote aus. Ein einfaches Shared-Hosting-Paket eröffnet bereits viele Möglichkeiten.

Wer schon etwas weiter ist beziehungsweise größere Unternehmen profitieren allerdings von einem eigenen Server, entweder als Managed Server oder als wirklich eigener Root-Server – allein wegen der damit einhergehenden höheren Geschwindigkeit. Denn diese kann sich nachhaltig auf den Verkauf auswirken, ein Argument, das auch höhere Investitionen rechtfertigt.