Ökologische Werbeartikel: 9 Tipps für nachhaltiges Schenken

vom: 09.12.19

Nachhaltigkeit ist eines der großen Themen unserer Zeit, denen sich niemand mehr entziehen kann. Wer sich als verantwortungsvolles Unternehmen positionieren möchte, sollte in allen Bereichen auf die „ökologische Message“ achten.

Besonders heikel ist dieser Punkt bei Werbeartikeln – denn billige Wegwerf-Produkte aus Plastik senden die falsche Botschaft. In diesem Artikel lesen Sie 9 Tipps, wie Sie mit ökologischen Giveaways Ihr Image als nachhaltiges Unternehmen stärken können.

1. Öko-Bilanz und Öko-Flair: Beides muss stimmen!

Wer mit grünen Werbegeschenken punkten möchte, sollte sich zunächst mit zwei Fragen beschäftigen:

  • Welches Öko-Image verströmt der Artikel?
  • Welche Öko-Bilanz hat das Produkt tatsächlich?

Diese Fragen sollten Sie auseinanderhalten – und es sollte Ihnen bewusst sein, dass die Antworten nicht immer übereinstimmen. Baumwollbeutel gelten beispielsweise als besonders umweltfreundlich, sind aber in der Erzeugung ganz und gar nicht ressourcenschonend.

Für ökologische Werbegeschenke wählen Sie idealerweise Artikel, die in beiden Bereichen gut abschneiden. Schließlich hilft Ihnen das nachhaltigste Produkt nichts, wenn Ihre Zielgruppe es nicht als ökologisch wahrnimmt – und ein oberflächlich „grüner“ Artikel, der in Wirklichkeit die Umwelt stark belastet, entspricht auch nicht dem Sinn der Sache.

 

2. Umwelteffekt über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigen

Um den tatsächlichen Umwelteffekt eines Produkts zu ermitteln, sollten Sie seinen vollständigen Lebenszyklus betrachten – von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Entsorgung.

Zum Beispiel sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Wo wird der Artikel produziert und welche Transportwege werden zurückgelegt? Gäbe es regionale Alternativen?
  • Werden bei der Herstellung umweltschonende Verfahren angewandt oder fallen dabei schädliche Abfallprodukte an?
  • Lässt sich das Produkt umweltgerecht entsorgen? Kann man Teile davon recyceln?
  • Welche anderen Produkte ersetzt der Artikel? Ist er eine Alternative zu umweltschädlicheren Varianten oder ein „Zusatz“, den man sonst gar nicht brauchen würde?
  • Verbraucht das Produkt in seiner Lebenszeit viel Strom oder Ressourcen?

Tipp: Fragen Sie gegebenenfalls beim Hersteller nach konkreten Zahlen, etwa der CO²-Bilanz über den gesamten Life-Cycle des Produkts.

 

3. Wenn möglich: Plastik vermeiden

Herkömmliche Kunststoffe sind bei ökologischen Werbeartikeln tunlichst zu vermeiden: Erstens sind sie schwer abbaubar und belasten die Meere und zweitens besitzen sie ein katastrophales Öko-Image. Produkte aus biologisch abbaubaren Materialien hingegen kommen bei einer jungen, umweltbewussten Zielgruppe besonders gut an, zum Beispiel:

  • Recycling-Papier
  • Kork
  • Bambus
  • Holz
  • Bio-Kunststoff aus Maisstärke
  • Hanf
  • Baumwolle

Tipp: Stoffe aus Leinen, Hanf oder Jute besitzen eine wesentlich bessere Umweltbilanz als Baumwolle und sind daher im Zweifelsfall die ökologischere Wahl.

Ob Geldtasche aus reißfestem Papier, praktischer Bambus-Kugelschreiber oder innovative Sonnenbrille aus Holz: Viele traditionelle Werbeartikel sind mittlerweile auch ohne Plastik erhältlich und besitzen damit einen gewissen Öko-Touch.

 

4. Genaue Zielgruppenanalyse

Die beste Nachhaltigkeits-Strategie ist es letztendlich, nur wirklich nützliche Werbeartikel zu verteilen. Ein ökologisches Geschenk, das der Kunde zuhause sofort wegwirft, ist ein Widerspruch in sich. Daher ist es ratsam, auch für die Planung von Werbegeschenken auf eine genaue Zielgruppenanalyse zu setzen.

Meist liegen der Marketing-Abteilung ohnehin umfangreiche Informationen über die Käuferpersönlichkeit vor. Diese lassen sich nutzen, um ein passendes Giveaway zu kreieren, das der Kunde dann auch tatsächlich verwendet. Zusätzlicher Bonus: Mit einem maßgeschneiderten Geschenk sammelt das Unternehmen Sympathiepunkte bei der Zielgruppe und bleibt länger im Gedächtnis.

Einen weiteren Umwelt-Pluspunkt erhält, wer die Geschenke nur an wirklich Interessierte verteilt. Von Postwurfsendungen an eine breite Masse an Menschen, die das Giveaway gar nicht wollen, ist also abzusehen. Beim Verteilen von Streuartikeln auf Messen oder bei Filial-Eröffnungen empfiehlt es sich, zuerst höflich nachzufragen, ob die Passanten den Werbeartikel auch haben möchten.

 

5. Langlebige Produkte schenken

Schließlich muss das Werbegeschenk langlebig sein und darf nicht nach der ersten Nutzung kaputtgehen. Natürlich sind die Kosten bei großen Stückzahlen ein wichtiger Faktor – dies sollte sich jedoch nicht wesentlich auf die Qualität auswirken.

Billig hergestellte Holzkugelschreiber oder ein Solar-Akku, der nach kurzer Zeit den Geist aufgibt, sind also ganz und gar nicht nachhaltig. Es ist besser, Sie nehmen hier ein bisschen mehr Geld in die Hand und setzen auf hochwertige Produkte. Denn haltbare Geschenke besitzen auch eine höhere Werbewirkung.  

6. Konsumierbare Artikel

Wer trotzdem ein günstiges Giveaway sucht, kann stattdessen auf sofort konsumierbare Produkte setzen. Süßigkeiten oder Beauty-Produkte sind schnell aufgebraucht und erzeugen daher kaum Müll. Wenn sich diese dann noch in einer Verpackung aus recyceltem Papier befinden, dann kann sich die Öko-Bilanz sehen lassen. Je nach Zielgruppe eignen sich etwa folgende Goodies:

  • Fruchtgummis und Schokolade
  • Pflanzensamen
  • Schnittblumen
  • Obst mit Firmenlogo als Laser-Aufdruck
  • Kaffee in Mehrwegbechern
  • Bio-Seife, Duschgel oder Handcreme
  • Nüsse
  • Trockenfrüchte

Allerdings hat diese Vorgehensweise aus Marketing-Sicht den Nachteil, dass der Unternehmensname nicht allzu lange im Gedächtnis bleibt. Ein langfristiger Gebrauchsgegenstand wäre in dieser Hinsicht vorteilhafter.

 

7. Wiederverwendbare Alternativen

Besonders bei der umweltbewussten Zielgruppe der 15- bis 40-Jährigen sind Mehrweg-Produkte hoch im Kurs. Vielen Angehörigen dieser Generation ist ein nachhaltiger Lebensstil wichtig, daher werden wiederverwendbare Produkte gerne angenommen.

Ob es sich nun um den Plastikbeutel im Supermarkt, die Alufolie oder den Kaffeebecher handelt: Man bemüht sich, auf Einwegprodukte zu verzichten und nachhaltigere Möglichkeiten zu finden. Beliebte wiederverwendbare Alternativen sind:

  • Trinkflaschen aus Glas
  • Kaffeebecher aus Bambus
  • Stoffbeutel
  • Mehrweg-Gemüsebeutel zum Einkaufen
  • Brotdosen aus Metall oder Bambus
  • Trinkhalme aus Glas, Bambus oder Papier
  • Bienenwachstücher zum Einwickeln von Lebensmitteln

 

8. Soziale und gesundheitliche Aspekte mitbedenken

Hier empfiehlt es sich, auf unabhängig geprüfte Zertifikate zu setzen. Bekannte Auszeichnungen sind beispielsweise das „Fair-Trade-Siegel“, ebenso empfehlenswert ist aber auch das „FSC-Siegel“ für nachhaltige Forstwirtschaft sowie die „GOTS“-Zertifizierung für biologisch angebaute Baumwolle.

9. In ganzheitliche Kommunikationsstrategie einbetten

Schlussendlich gilt es, die nachhaltigen Werbegeschenke in eine umfassende Kommunikationsstrategie einzubinden. Nachhaltigkeit kann niemals durch eine punktuelle Aktion vermittelt werden, sondern bedarf immer einer konsequenten Strategie im Hintergrund. Erst als Teil einer sorgfältig geplanten Kommunikationspolitik und gekoppelt mit Maßnahmen in allen Unternehmensbereichen werden ökologische Werbeartikel Ihre Glaubwürdigkeit als Unternehmen stärken.