Stille Nacht - gar nicht so still wie gedacht

vom: 22.12.16

Stille Nacht, heilige Nacht? Weit gefehlt. Rund zwei Drittel der deutschen Bundesbürger sind im Weihnachtsurlaub dienstlich erreichbar. Oftmals liegt es daran, dass keine klaren Kommunikationsregeln in den einzelnen Unternehmen getroffen werden.

Der Branchenverband Bitkom befragte 530 Berufstätige und ermittelte ein erstaunliches Ergebnis. So sind 65 Prozent der Befragten  während des Uraubes zwischen den Weihnachtsfeiertagen für berufliche Zwecke erreichbar. Jedoch lässt sich ebenfalls feststellen, dass die Bereitschaft dem Arbeitgeber dienstlich zur Verfügung zu stehen im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent gesunken ist. Lediglich ein Drittel genießt seinen wohlverdienten Urlaub, ohne sich von der Arbeit stören zu lassen.

Als besonders störend kristallisieren sich laut Bitkom die digitalen Medien heraus. Drei von fünf Befragten gaben an, auf berufliche SMS oder Whatsapp-Nachrichten zu reagieren. Ganze 47 Prozent beantworten geschäftliche E-Mails und über 50 Prozent nehmen sogar Anrufe entgegen. Der Grund in allen Fällen ist der, dass die Befragten glauben, dass Kollegen eine Reaktion erwarten bzw. sie für Kunden zur Verfügung stehen müssten. Das nennt sich also schöne neue Arbeitswelt?

(Quelle: Shutterstock)

Einen gesundheitsgerechten Führungsstil entwickeln

Damit das gelingt, sollten im Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) vier Handlungsfelder berücksichtigt werden, heißt es in "Gesundheit als Führungsaufgabe

1. Führungskräfteentwicklung:

Es ist nicht selbstverständlich, dass mein ein gesundheitsgerechtes Führungsverhalten von Natur aus besitzt. Authentizität, Empathie und der Vorbildcharakter sind Voraussetzungen der Führungskräfte. Verschickt man als Personalverantwortlicher spät Nachts oder im Urlaub E-Mail an die Mitarbeiter, darf man auf keinen Fall mit einer Antwort rechnen. Klare Regelungen im Vorfeld über Erreichbarkeit und Kommunikation können eine enorme Erleichterung schaffen.

2. Entwicklung von Stresskompetenz:

Die permanente Erreichbarkeit, die Digitalisierung und elektrischen Medien sind ein große Stressfaktoren für die Beschäftigten. Zudem sorgt dies auf Dauer für eine zunehmend psychische Belastung der Angestellten.  Arbeitgeber müssen sich daher zu stresskompetenten Unternehmen entwickeln, indem sie Arbeitsbedingungen, Führung, Umgang mit Konflikten oder Problemlösungskompetenzen entsprechend anpassen.

3. Gesundheitsgerechtes Arbeiten:

Gesundheit am Arbeitsplatz ist ein bedeutsamer Faktor. So sollte mithilfe von Arbeitsmedizinern und betrieblichen Partnern ein gesundheitsgerechtes Arbeitsumfeld geschaffen werden. Dazu zählen ergonomische Arbeitsplätze ebenso wie Arbeitssicherheit oder arbeitsphyschologische Fragestellungen.

4.Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF):

Das der Lebensstil der Mitarbeiter die Gesundheit beeinflusst, ist bekannt. Ein guter Ansatzpunkt um darauf Wert zulegen, wären Fitness- und Ernährungsangebote, welche an die Belegschaft adressiert werden können. Durch einen Betriebsarzt wird der direkte Zugang zum Mitarbeiter gewährleistet. Zudem ermöglicht dieser den Aufbau eines hausärztlichen Versorgungsnetzwerkes.

Fazit:

Arbeitsrechtlich dienen Urlaub und Freizeit der Erholung. Mitarbeiter müssen nicht erreichbar sein, es sei denn, sie haben in bestimmten Funktionen eine Rufbereitbereitschaft. Arbeitgeber tun zudem gut daran, verbindliche Kommunikations- und Erreichbarkeitsregeln für ihre Belegschaft festzulegen, damit das Weihnachtsfest wirklich zu einer stillen und heiligen Nacht wird.

Quelle: springerprofessional.de