Logistik als Erfolgsfaktor im E-Commerce: Tipps für einen effektiven Betriebsablauf

vom: 14.09.17

Betreiber von Onlineshops stehen grundsätzlich vor anderen Herausforderungen als stationäre Händler. Ein wichtiger Faktor, der sie von letzteren unterscheidet, ist die Logistik. Kernleistungen wie der Wareneingang, die Lagerbestückung und -haltung, die Kommissionierung, die Versandvorbereitung sowie die Retouren-Bearbeitung kosten oft viel Zeit und Geld. Wie lassen sich logistische Abläufe also möglichst effektiv und kostengünstig gestalten?

Im E-Commerce muss eine Vielzahl an größeren und kleineren Sendungen gelagert, kommissioniert, verpackt und dem Kunden rechtzeitig vor die Haustür geliefert werden. Eine Aufgabe der Onlinehändler ist es einzukalkulieren, dass die Auftragslast oft sehr stark schwankt, das Sortiment sich regelmäßig verändert und die Nachfrage instabil und schlecht vorherzusehen ist. Zudem können die Retouren einen enormen Aufwand und hohe Kosten verursachen. Dies ist vor allem für Start-ups, die sich erst langsam auf dem Markt etablieren, eine große Herausforderung.

Nichtsdestoweniger gilt es, mit der Konkurrenz mithalten zu können und Kunden zu überzeugen. Doch nicht jeder Onlinehändler verfügt über die entsprechenden finanziellen, räumlichen und personellen Kapazitäten, um selbst zu gewährleisten, dass die Produkte rechtzeitig im Lager eintreffen, sortiert werden und vor allem rechtzeitig beim Verbraucher ankommen. So stehen Onlinehändler oftmals vor der Frage: Make or buy?

Make or buy: Logistik outsourcen oder selbst in die Hand nehmen?

Externe Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, ist vor allem für Start-ups und kleinere Unternehmen ein heikles Thema, und das nicht nur aus Kostengründen. Denn viele Onlinehändler wissen zu Beginn gar nicht, ob es sich lohnt, die Logistik auszulagern oder ob es effizienter ist, selbst für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen.

Vorteile von Fulfillment für Onlineshops

Im Grunde ist es eine einfache Rechnung: Werden die Lagerbestände umfangreicher, steigen die Personalkosten für die Logistik, kommen die bestellten Waren nicht vollständig oder zu spät beim Kunden an und kann sich der Betreiber des Onlineshops nicht mehr auf sein eigentliches Kerngeschäft konzentrieren? Fällt die Antwort auf diese Fragen positiv aus, zahlt es sich aus, in einen logistischen Allroundservice zu investieren. Durch die Bündelung der gesamten Logistik spart der Onlineshop-Betreiber die Kosten für die Lagermiete sowie für Personal und Geräte. Außer für die Verwaltung der Bestände sorgen sogenannte Fulfillment-Dienstleister auch für die Verpackungsmaterialien, die Konfektionierung der Waren, den Versand sowie das Retouren-Management. Die Zeit und die Kosten, die der Onlinehändler dadurch spart, kann er in die Optimierung der Produkte sowie in Marketing-Maßnahmen stecken, die die Reichweite, den Bekanntheitsgrad und den Umsatz erhöhen. Ist der Betreiber mit dieser Strategie erfolgreich, kann er die Logistik zu einem späteren Zeitpunkt immer noch in Eigenregie durchführen.

Insourcing: Entscheidende Faktoren für einen effizienten Ablauf

Aber wie lässt sich Umsatz erzielen, ohne die Logistik auslagern zu müssen? Ein Entscheidungskriterium ist die Skalierbarkeit und Flexibilität des Logistiksystems. Sowohl das Lager als auch die technischen Einrichtungen und Systeme sollten möglichst anpass- bzw. erweiterbar sein. Das Herzstück eines erfolgreichen Onlineshops ist die Shop-Software. Mithilfe entsprechender Warenwirtschaftssysteme, die es online für jeden Bedarf gibt, lassen sich logistische Prozesse einfacher steuern und beschleunigen. Sie erleichtern das Tagesgeschäft in der Disposition, Logistik und Fakturierung. Um einen reibungslosen Logistikablauf zu gewährleisten, sind zudem verlässliche Mitarbeiter erforderlich, die mit flexiblen und wendigen Gerätschaften durch die Lagergänge fahren und die Ware schnell einsortieren und kommissionieren. Barcodes an den Lager- und Kommissionierplätzen, Artikeln und Dokumenten erleichtern diesen Vorgang enorm. Wer über die finanziellen Mittel verfügt, kann auch in Licht- oder RFID-gesteuerte Systeme investieren – so läuft die Logistik fast von allein.
 

Bildrechte: Flickr #rpTEN - Tag 3 re:publica CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten