Risiko von Zahlungsausfällen im Onlinehandel minimieren
Das Risiko, Opfer eines Betrugsversuchs zu werden, ist für Onlinehändler allgegenwärtig. Die Zahl der Betrugsdelikte ist in den vergangenen fünf Jahren kontinuierlich angestiegen. Neben dem Produktportfolio haben die bereitgestellten Zahlarten den größten Einfluss auf das Ausmaß der Betrugsversuche.
„Um das Risiko für Zahlungsausfälle weitestmöglich zu reduzieren, ohne die Kunden dadurch zu vergraulen, und um Kaufabbrüche seitens der Kunden zu vermeiden, gibt es verschiedene Möglichkeiten“, erklärt Mirko Hüllemann, Geschäftsführer von heidelpay. Die Heidelberger Payment GmbH ist ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zugelassenes und beaufsichtigtes Zahlungsinstitut für alle gängigen Zahlungsverfahren im Internet.
Wie Shopbetreiber das Risiko von Zahlungsausfällen wirskam eindämmen
1. Die richtigen Zahlarten bereitstellen
Zahlungsausfälle können auch dann auftreten, wenn der Kunde überhaupt nicht eingekauft hat. Findet er nämlich nicht die präferierte Zahlungsmethode für seinen Einkauf auf Ihrer Seite, so wird er zur Konkurrenz wechseln. Beugen Sie dem vor, indem Sie die vier bis fünf häufigsten und gängigsten Zahlungsarten im jeweiligen Absatzland anbieten. In Deutschland lassen sich allein durch die Bereitstellung der Zahlungsarten Lastschrift und Rechnungskauf die Umsätze signifikant steigern.
Wenn der Käufer die Möglichkeit hat per Lastschrift zu bezahlen, so sinkt die Kaufabbruch-Rate um bis zu 40 Prozent. Bei einem Kauf auf Rechnung dagegen sogar um bis zu 79 Prozent. Da bei diesen Zahlarten der Onlinehändler das Risiko eines möglichen Zahlungsausfalls trägt, stellen viele die beiden Zahlungsmittel nicht zur Verfügung. Doch es gibt Abhilfe (siehe Tipp 2).

(Quelle: Shutterstock)
2. Zahlungsverfahren in gesicherter Form anbieten
Trotz großer Beliebtheit von Rechnungskauf, Lastschrift oder Kreditkarte – diese Zahlungsmethoden sind nicht sicher. Als Shopbetreiber ist man erst dann auf der sicheren Seite, wenn man die Zahlarten in einer gesicherten Variante anbietet. Dann übernimmt das Zahlungsinstitut nicht nur die Risiken möglicher Zahlungsausfälle, sondern im Falle des gesicherten Rechnungskaufs auch das komplette Schuldnermanagement – samt möglicher Übergabe des Forderungsmanagements an einen Inkasso-Dienstleister.
So gehören Außenstände mit einer gesicherten Kreditkarte auch der Vergangenheit an. Denn sie garantiert Onlinehändlern absolute Ausfallsicherheit. Bei einer Rückbuchung kümmert sich der Zahlungsdienstleister im Hintergrund um das gesamte Management der Vorgänge.
3. Ein effektives Risikomanagement betreiben
Um ein wirkungsvolles und sicheres Risikomanagement zu betreiben, benötigt man große Erfahrung in diesem Bereich – zumal alles sehr komplex ist. Die Zahlungsinstitute greifen auf bewährte Muster zurück, um alle aufkommenden Betrugsversuche zuverlässig zu verhindern. Hinzu kommen individuelle Risikochecks, wie etwa Plausibilitätsprüfungen, Abgleiche gegen Negativlisten, Unstimmigkeiten zwischen IP-Adresse und Region etc. Je nach Branche und Absatzmarkt können sich die Prüfungen deutlich unterscheiden. Darüber hinaus gilt es, die Quote sogenannter „False Positives“, also abgelehnter Zahlungen trotz Käufer-Liquidität so niedrig wie möglich zu halten. Auch hier sind eine gute Mustererkennung und große Erfahrung sehr wichtig.
Nicht zuletzt kann ein Zahlungsinstitut mittels Bonitätsprüfung jene Kunden identifizieren, die nur eingeschränkt zahlungsfähig sind. Dann ist es möglich, einen maximalen Warenkorbwert festzulegen oder nur bestimmte Zahlarten, wie etwa Vorkasse, bereitzustellen.
Quelle: vertriebszeitung.de