Wie aus einem ICH ein WIR wird

vom: 05.11.15

„VUCA“. Diese Abkürzung steht für Volatility, Uncertainty, Complexity, Ambiguity und bedeutet so viel wie unbeständig, unsicher, komplex und mehrdeutig.

Genau so ist unsere Wirtschaftswelt heute – denn was gestern bedeutend war, könnte morgen schon wieder längst vergessen sein. Viele Trends erleben eine immer kürzere Halbwertszeit und sind oft doch nicht so angesagt, wie anfangs vermutet. Mit unserem Wissen läuft es ähnlich ab. Die Menge an Wissen schwindet rapide. Sogar Experten verfügen oftmals nur über die Kenntnisse, welche sie zum Bewältigen ihrer Arbeit benötigen. Die Reaktion der Unternehmen geht von Projektarbeiten bis hin zu äußerst kurzfristigen Umorganisationen.

Vorbei sind die Zeiten der klaren Strukturen und Teamarbeit. Viele Arbeitnehmern sind der Meinung, trotz einiger Umbrüche weiterhin als Einzelkämpfer zurecht zu kommen. Doch auch sie unterschätzen die große Tragweite dieser neuen Entwicklung. Nun soll man sich schnellstmöglich auf neue Situationen einstellen können und ebenso bereit für Innovationen und Veränderungen sein. Die Impulse dazu können wir nicht aus uns selbst schöpfen – das führt nur zu mehr vom selben. Was wir brauchen, sind unterschiedliche Perspektiven als Katalysatoren. Das Wissen jedes Einzelnen muss weiter in die Welt getragen werden damit es sich vermehrt. Heutzutage ist die gengenseitige Vernetzung wichtiger denn je!  

 

Qualität statt Quantität

 

Dank Facebook, Twitter und Co. ist die globale Vernetzung heute kein großes Problem mehr. Jedoch sind zudem auch die Ansprüche an die Qualität unseres Netzwerks gestiegen. Wer glaubt, ein gutes Netzwerk bestehe aus Tausenden von Facebook und Xing Freunden, irrt sich gänzlich.

Viel wichtiger ist es, was aus der Verbindung selbst überhaupt besteht - 

  • Neue Ideen aus einer guten Diskussion zum Beispiel,
  • die Erweiterung des Wissens, weil man wertvolle Informationen ausgetauscht hat,
  • Rückhalt, weil man sich getraut hat, um Hilfe zu bitten oder
  • Wohlbefinden, weil man Hilfe geleistet hat.

Diese Dinge erfordern eine viel höhere Intensität. Vertrauen spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle. Mit der Zeit  wächst dieses Vertrauen weil man einander nun besser kennt. Die Grundbasis des qualitativ hochwertigen Vernetzens ist das ehrliche und echte Interesse an der anderen Person, das über den Ich-bezogenen Ansatz „What’s in it for me“ hinausgeht.

 

Kooperative Grundausstattung

 

Wir als Individuen sind nur in dem Maße leistungsfähig, wie weit auch unser eigener Horizont reicht – welcher, wie wir wissen, nun einmal beschränkt ist. Doch von Natur aus verfügt der Mensch über eine "kooperative Grundausstattung“.

Erstens unsere Spiegelneuronen, die uns erlauben zu erkennen, was der andere will.

Zweitens unsere Sprache, die uns ermöglicht, alle Gedanken präzise auszudrücken.

Drittens: die Fähigkeit mit Menschen zu kooperieren, die wir nicht einmal kennen.

 

Vier Vorteile einer guten Vernetzung

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1. Weil immer irgendwer irgendwen kennt…

Heute wird von jedem verlangt, dass er sich ohne Probleme auf neue Menschen einstellen kann und zudem noch erfolgreich und problemlos mit ihnen zusammenarbeitet. Denen, die vorher schon gut vernetzt waren, ist dies ein Leichtes. Im besten Falle kennt bereits ein Kollege den „Neuen“. Irgendwer kennt immer einen.

2. Stress reduzieren

Durch ein solides und gutes, internes Netzwerk, kann der aufkommende Stress reduziert werden. Eine kürzlich veröffentlichte Studie besagt, dass Vier von Fünf Befragten finden, das Maß an Eigenverantwortung sei im Laufe der letzten Jahre kontinuierlich gestiegen. Jedoch wird auch ein ansteigender Egoismus wahrgenommen. Der Weg aus dem scheinbar aufgezwungenen Einzelkämpferdasein führt nur über eine selbstgesteuerte bessere Vernetzung.

3. Den Traumjob finden

Ein bereits aufgebautes Netzwerk gilt gepflegt zu werden, auch bevor man es überhaupt in Anspruch nimmt. Die Chancen, seinen persönlichen Traumjob zu finden erhöhen sich dadurch deutlich, denn rund die Hälfte aller Jobs wird über Kontakte vergeben.

4. Nur wer fragt, dem wird geholfen

Beim Aufstieg von Führungskräften vermindert sich langsam deren Fachwissen. Müssen  sie dennoch die richtigen Entscheidungen, profitieren die „Aufsteiger“ ganz besonders von einer guten Community. Wer guten Kontakt zu seinen Peers (Menschen  in ähnlichem Rang und Status) pflegt, kann auch einfach mal fragen oder um Hilfe bitten, ohne gleich das Gesicht zu verlieren.

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Aus Angst dumm dazustehen, nutzen viele Menschen ihr Netzwerk nicht so effektiv wie sie gerne wollten. Darum werden Fragen vermieden, bittet nicht um Unterstützung (das könnte als Schwäche ausgelegt werden) und bietet selbst auch keine Hilfe an (man könnte ja falsch verstanden werden) Diese (Selbst-)Zweifel verlieren sich aber, sobald die Ich-Perspektive „Ich muss gut dastehen“ durch die Wir-Perspektive „Wir ergänzen uns gegenseitig“ ersetzt wird. Und hat man erst einmal positive Erfahrungen gesammelt, fällt es von mal zu mal leichter – das Vernetzen im modernen Business, denn auch dort findet es von Mensch zu Mensch statt.