Vier-Tage-Woche: Eine realistische Zukunftsvision?

vom: 25.09.19

Vier-Tage-Woche: Eine realistische Zukunftsvision?

Der Mensch von heute will einen erfüllenden Beruf ausüben und außerdem möglichst viel Freizeit haben. Der Wunsch nach einer Vier-Tage-Woche ist die Konsequenz und erste Versuche zeigen zumindest, dass die Umsetzung nicht ausgeschlossen ist.

Arbeit als Puzzlestück für ein erfülltes Leben

Die Suche nach dem Glück ist der heutigen Generation wichtiger als ihren Vorgängern. Dies betrifft auch – und vor allem – den Beruf, da die Zufriedenheit im Arbeitsleben die gesamte Lebensqualität beeinflusst. Als Folge steht die Frage nach dem wirklich richtigen Job immer mehr im Mittelpunkt und es zeigt sich, dass es an Optionen nicht mangelt.

Da Glück vermehrt mit Freiheit verbunden wird, drängen sich die verschiedenen Formen der Selbständigkeit als erster Gedanke auf. Die Varianten hierbei sind äußerst zahlreich, denn obwohl die Zahl der Gründer laut Statistik weiterhin rückläufig ist, gilt insbesondere die Start-up-Existenz als Traum vieler Selbständiger. Immer beliebter wird zugleich auch der umgekehrte Weg: Angehende Unternehmer können online insolvente Unternehmen kaufen, um diese eigenhändig zurück in die Erfolgsspur zu führen. Dies hat den Vorteil, auf bestehende Strukturen, Namen und Marktpositionen zurückgreifen zu können. Eine tiefe Branchenkenntnis ist dennoch erforderlich, da angeschlagene Unternehmen ihre Tücken mit sich bringen, allen voran im Finanziellen.

Weniger Arbeit, mehr Leistung?

Die hohe Arbeitsbereitschaft muss in diesem Punkt nicht erwähnt werden, da sie auf jede Form der Selbständigkeit zutrifft – ob Neugründung oder Aufkauf macht keinen Unterschied. Doch genau bei diesem Thema sorgt nun eine neue Idee für Aufsehen: Die Vier-Tage-Woche soll Berufstätige glücklicher machen, ohne dass das Unternehmen schlechtere Zahlen schreibt.

Dahinter steckt folgende Logik: Niemand verbringt 100 Prozent seiner Arbeitszeit völlig konzentriert und fokussiert. Kaffee- und Raucherpausen sind traditionell üblich, die Schlappheit nach dem Mittagessen ist naturgegeben, das zwischenzeitliche Surfen auf Facebook und Co. gehört fast zum guten Ton. Mangelnde Ergebnisse sind somit kein Zeitproblem, sondern eine Frage von Energie und Motivation.

Eine deutlich geringere Arbeitszeit soll die Lösung bringen. Mit der Aussicht auf nur vier Tage Arbeit und ein dreitägiges Wochenende steigt die Stimmung deutlich und dadurch auch der Wille, umso mehr Leistung zu bringen. Erste Modellversuche in Deutschland und in anderen Ländern haben diese Theorie untermauert, da die Produktivität tatsächlich nicht sank. Ein weiterer Effekt sind übrigens weniger Krankheitstage: Das betrifft sowohl die simulierten Krankschreibungen als auch die realen Krankheitsfälle, da mehr Erholungstage eine bessere Gesundheit bedeuten.

Von einer flächendeckenden Umsetzung kann allerdings noch nicht die Rede sein. Es bedarf weiterer Versuche, langfristig und mit großen Datensätzen, um die Vorteile der Vier-Tage-Woche als neue wirtschaftliche Marschroute zu etablieren. Immerhin sind die ersten Schritte getan und alleine das gibt vielen Arbeitnehmern Hoffnung.

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