Vom Lager zum Kunden – Organisation ist alles

vom: 05.12.16

Kleidung, Geschenke, Medikamente und sogar Lebensmittel – im Internet lassen sich mittlerweile alle nur erdenklichen Produkte bestellen. Der Verbraucher erhält die Ware bequem bis an die Haustür geliefert und hat – abgesehen von einigen Klicks – keinerlei Aufwand. Kein Wunder, dass der virtuelle Handel boomt und der online generierte Umsatz jedes Jahr weiter steigt. Immerhin kaufen 98  Prozent der Internetnutzer in Deutschland online ein. Was für den Verbraucher unkompliziert und bequem ist, erfordert jedoch vor allem für große Unternehmen und Shops ein hohes Maß an Organisation. Da Onlineshops keine Lagerfläche haben, werden die Produkte in zum Teil riesigen Warenlagern aufbewahrt. Damit die Ware pünktlich beim Kunden ankommt, sind reibungslose Organisationsabläufe und ein ausgeklügeltes Transportsystem essentiell. Um einen solchen Betriebsablauf sicherzustellen, sind Unternehmen auf ein effizientes Warenwirtschaftssystem angewiesen. Prinzipiell lassen sich zwei Arten des Lageraufbaus unterscheiden: statisch und chaotisch. Bei der statischen Lagerhaltung hat jedes Lagergut seinen festen Platz. Ist ein Artikel verkauft, bleibt der Platz bis zur Neuauffüllung leer, sodass das Ordnungssystem zu keiner Zeit verändert wird. Bei der chaotischen Lagerhaltung hingegen wird jeder freigewordene Platz genutzt – die Sortierung der Artikel verändert sich also. Was die Platz- und Kosteneffizienz angeht, haben beide Systeme ihre Vor- und Nachteile. Dank neuer Technologien lassen sich die Nachteile der chaotischen Lagerhaltung jedoch inzwischen weitgehend kompensieren.

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Innovation im Warenlager – vernetzte Industrie

Dank Mikrochips und digitaler Verzeichnisse ist die scheinbar chaotische Lagerhaltung strukturiert und hocheffizient. Die Firma Smartly Solutions hat ein System entwickelt, bei dem jeder Warenposten mit einem aktiv sendenden Minichip ausgestattet wird. Dieser Chip sendet ein Signal aus, das über eine App auf das Smartphone gesendet wird. Die Stärke des Signals variiert je nach Entfernung zum Standort des Chips, sodass sich der genau Lagerplatz der markierten Ware bestimmen lässt – langes Suchen gehört der Vergangenheit an. Moderne Gerätschaften, zum Beispiel Stapler für die Verladung der Ware, unterstützen eine effiziente Lagernutzung. Der Einsatz neuer Technologien beschleunigt einzelne Arbeitsschritte, alle Prozesse greifen nahtlos ineinander. Das ist möglich, weil Unternehmen die Stapler passgenau zu ihrem Bedarf auswählen können. Diese Seite von Jungheinrich Profishop veranschaulicht, was damit gemeint ist: So gibt es beispielsweise Stapler für den häufigen oder gelegentlichen Betrieb, für unterschiedliche Gangbreiten und Regalhöhen, für verschiedene Lasten, zum reinen Verheben oder auch zum Kommissionieren. Unternehmen können die Geräte also exakt auf ihren Lagerbetrieb abstimmen.

Der Weg zum Kunden

Der Kunde startet mit seiner Bestellung in einem Onlineshop eine Reaktionskette, die reibungslos funktionieren muss, damit die Bestellung pünktlich beim Kunden ausgeliefert wird. Ein gut organisiertes Warenlager ist dafür die Basis. Doch auch die innerbetriebliche Kommunikation und die Zusammenarbeit mit dem Lieferdienst sind nicht zu vernachlässigen. So ganz scheinen diese beiden Bereiche noch nicht zu funktionieren, denn 28  Prozent der Online-Händler geben an, dass die schnelle und pünktliche Lieferung der Ware zum Endkunden eine große Herausforderung darstelle.