Feel-Good-Management: Mit Wohlfühlkultur zu wirtschaftlichem Erfolg

vom: 11.03.16

Gute Mitarbeiter zu akquirieren und zu halten stellt in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels eine Herausforderung für Unternehmen aller Branchen dar. Traditionelle Motivationshilfen wie attraktive Gehälter, Boni und Firmenwagen reichen oftmals nicht aus, um die Motivation der Mitarbeiter in zunehmend komplexen und anspruchsvollen Aufgabenbereichen aufrechtzuerhalten oder gar zu steigern. Umso wichtiger ist ein Umdenken in Führungsetagen weg von traditionell-patriarchalischen Führungsansprüchen hin zu einem modernen Führungsstil. Hierbei sollen Mitarbeiter aktiv in wichtige Prozesse eingebunden und eine höhere Zufriedenheit gepaart mit Anerkennung und Wohlbefinden garantiert werden.

Mitarbeitermotivation: Mehr als finanzielle Anreize

Unterm Strich ist die Rechnung ganz einfach: Motivierte Mitarbeiter identifizieren sich mehr mit "ihrem" Unternehmen, sie arbeiten produktiver und zeichnen sich in der Regel durch ein höheres Maß an Engagement und Loyalität aus. Damit tragen sie erheblich zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens bei. Entsprechend große Verantwortung lastet auf Managern, die einerseits Projekte erfolgreich und fristgerecht abschließen sollen und andererseits die Verantwortung für das Handeln aller Beteiligten tragen. Ihre Mitarbeiter nachhaltig zu motivieren ist angesichts wachsender Ansprüche nicht mehr allein mit monetären Mitteln zu bewerkstelligen. Neben Faktoren wie einer attraktiven Work-Life-Balance, einem angenehmen Arbeitsumfeld und Betriebsklima, Sicherheit im Hinblick auf das Beschäftigungsverhältnis, betrieblichen Zusatzleistungen und flexiblen Arbeitszeitmodellen ist auch ein zeitgemäßer Führungsstil erforderlich, der sich z.T. erheblich von klassischen Führungsstilen unterscheidet. Gekennzeichnet ist er u.a. durch

  •  Integrität
  •  Zuverlässigkeit
  •  Transparenz und offener Kommunikation
  • individuelle Förderung
  • Anerkennung
  • realistische Vorgaben und
  • Lösungsorientierung.

 

Mit Feel-Good-Management zur Wohlfühlkultur

Einen relativ neuen Ansatz in Sachen Mitarbeitermotivation bildet das sogenannte Feel-Good-Management. In der Regel fällt das Aufgabengebiet eines Feel-Good-Managers in den Bereich Personalwesen/Human Resources. Er bzw. sie bildet die Schnittstelle zwischen Führungsebene und Fachkräften. Hauptaufgabe des Feel-Good-Managers ist es, das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu bewahren, zu steigern und eine nachhaltige Wohlfühlkultur im Unternehmen zu etablieren. Ziel ist es, allen Mitarbeitern die Identifikation mit dem Unternehmen und seinen Werten zu erleichtern, Motivation zu stärken und Loyalität sowie Produktivität und Effizienz zu steigern. Sein Erfolg misst sich insbesondere an der Zufriedenheit der Mitarbeiter. Vor allem für neue Mitarbeiter kann ein Feel-Good-Manager zum wichtigen Ansprechpartner in den ersten Wochen werden. Da der Experte fürs Wohlbefinden neben der Kommunikations- und Unternehmenskultur vor allem bestehende Team-Strukturen kennt und die Arbeitsabläufe ebenso benennen kann wie die Team-Mitglieder, eignet er sich wunderbar, um neue Mitarbeiter im inoffiziellen Rahmen vorzustellen und ihnen bei der Eingliederung in bestehende Teams behilflich zu sein. Zum Einsatz kommen dabei beispielsweise inoffizielle Meetings, Kennenlern-Spiele (z.B. Mitarbeiter-Memory) oder kleine Kennenlern-Veranstaltungen (z.B. eine Runde Kaffee mit zufällig ausgewählten Kollegen). Für neue Mitarbeiter besteht der Vorteil darin, in der Anfangszeit auf einen Lotsen vertrauen zu können, der ab dem ersten Arbeitstag mit Rat und Tat zur Seite steht und ein Gefühl von Wertschätzung zu vermitteln vermag. Da Feel-Good-Manager oftmals auch die Rolle des Vertrauensmanagers einnehmen, haben sie für Beschwerden und Probleme im Team ebenso ein offenes Ohr wie für Verbesserungsvorschläge und Wünsche.

Mögliche Feel-Good-Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes

Um eine angenehmere Arbeitsatmosphäre zu schaffen bedarf es nicht automatisch umfangreicher Planungen und großartiger Events. Manchmal sind es kleine Wünsche, die den Mitarbeitern wichtig sind und deren Erfüllung hoch geschätzt wird. Zu diesen simplen, aber durchaus effizienten Maßnahmen zählen beispielsweise:

1. Optimale Arbeitsplatzgestaltung

Im optimalen Fall steht jedem Mitarbeiter ausreichend viel Platz zur Verfügung, der Arbeitsplatz ist hell, freundlich und bietet ein Mindestmaß an Privatsphäre. In Großraumbüros können ausgewählte Farben, schallschluckende Bodenbeläge, lärmreduzierte Technik, Pflanzen und Raumtrenner für mehr Ruhe und Konzentration sorgen.

2. Inoffizielle Treffpunkte schaffen

An inoffiziellen Treffpunkten wie einer Büroküche lässt sich kurz abschalten, auftanken und mit Kollegen ins Gespräch kommen. Steigern lässt sich das Wohlbefinden hier z.B. mit einer einladenden Atmosphäre, der Bereitstellung von kleinen Snacks oder frischem Obst sowie von Getränken. Ein guter Kaffeeautomat in Kombination mit einer ansprechenden Kaffee- und ggf. Teeauswahl wie sie von professionellen Dienstleistern zur Verfügung gestellt werden, hilft so manchem Mitarbeiter über sein natürliches Leistungstief am Nachmittag hinweg und sorgt für ein Mehr an Motivation für den Rest des Arbeitstages.

3. Kleine Goodies erhalten die Freundschaft

Angebote wie Massagen in der Mittagspause oder gemeinsame Sport- und Kochkurse verfolgen mehrere Ziele. Zum einen dienen sie direkt der Entspannung am Arbeitsplatz und nach der Arbeit. Zum anderen erlauben sie es, dass Kollegen regelmäßig Zeit abseits von Projekten und Termindruck miteinander verbringen können, was sich in der Regel positiv auf das Arbeitsklima auswirkt.

4. Regelmäßige gemeinsame Unternehmungen

Ob als Team, als Belegschaft oder mit den Mitarbeitern anderer Standorte: Regelmäßige Ausflüge schweißen zusammen und fördern eine positive Arbeitsatmosphäre. Ob Kanutour oder Party-Boot, Wochenend-Ausflug ins Landhotel oder verschiedene andere Teambuilding-Maßnahmen – je nach Unternehmen stehen vielfältige Angebote zur Verfügung.

5. Feedback-Möglichkeiten schaffen

Feedback-Möglichkeiten geben Mitarbeitern das Gefühl, gehört und ernst genommen zu werden, was Zufriedenheit und Wohlbefinden steigert. Denkbar wären beispielsweise anonyme Boxen für Beschwerden bzw. Verbesserungsvorschläge und Lob bzw. Wünsche. Wichtig dabei ist, die Boxen regelmäßig zu leeren und die Vorschläge tatsächlich mit der Geschäftsführung zu besprechen. Ergebnisse sollten offen kommuniziert und ggf. zeitnah umgesetzt werden. Grundsätzlich gilt: Kleine Maßnahmen zum Wohlbefinden können nie über grundsätzlich unbefriedigende Arbeitsbedingungen hinwegtäuschen. Umso wichtiger ist die Rolle des Feel-Good-Managers als Vertrauensperson und Wertebotschafter, dessen Aufgabe es ist, eine Kultur des Vertrauens und der Wertschätzung aufzubauen und nachhaltig zu pflegen. Auf diese Weise ist es möglich, wertvolle Mitarbeiter emotional stärker an das Unternehmen zu binden, nachhaltig zu motivieren und gleichzeitig die Unternehmenskultur zu stärken.